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Spät in diesem Jahr ist jetzt doch der erste Frost in der Buckligen Welt eingefallen. An geschützten Standorten merkt man die Schäden nicht gleich. In ausgesetzten Lagen haben sich die Sommerblumen aber verabschiedet. Im Garten gehen wir in eine arbeitsreiche Phase:

Im Gemüsegarten können die meisten Beete jetzt abgeräumt werden. Sellerie, Schwarzwurzeln und Karotten können noch eine Weile draußen bleiben. Ein luftige Schicht Laub schützt die Wurzeln vor stärkeren Frösten. Die Ernte der Kohlsprossen beginnt! Diese mächtigen Pflanzen sollten mit einem stabilen Pflock gestützt werden, um standfest über den Winter zu kommen. Ernten kann man bis in den Frühling hinein, allerdings nur bei frostfreiem Wetter. Beete, die schon abgeerntet worden sind, werden mit Steinmehl, Hornspänen und einer dicken Mulchschicht abgedeckt. Laub, das mit dem Rasenmäher zerkleinert wurde, Stroh oder langer Grasschnitt eignen sich besonders gut. Auf Strohmulch kann man auch frischen Mist auflegen. Direkt auf die Erde sollte frischer Mist aber nie gelegt werden. Mit jedem gut gemulchten Beet legt man den Grundstein für gute Erträge im nächsten Jahr.

Wer im letzten Frühling bemerkt hat, dass es etwas farblos war im Garten, hat jetzt die Möglichkeit, Blumenzwieberl zu verlegen. Als erste Frühlingsboten erfreuen uns die mehrjährigen Zwiebel- und Knollenpflanzen jedes Jahr auf’s Neue und sind erste Pollenspender für Bienen und Hummeln. Auch für die Ordnungsarbeiten im Staudenbeet ist jetzt die richtige Zeit. Manches ist zu dicht geworden und kann jetzt ausgegraben, geteilt und neu verteilt werden. Anschließend muss durchdringend gegossen werden, denn unsere Böden sind nach diesem Jahr sehr trocken und die herbstliche Luftfeuchtigkeit reicht bei Weitem nicht.

Wer genug Wasser zur Verfügung hat, sollte die immergrünen Pflanzen (Kirschlorbeer, Rhododendren, Glanzmispeln …) gründlich gießen. Diese Pflanzen müssen auch im Winter verdunsten, wenn die Luft warm, der Boden aber noch gefroren ist. Viele sogenannte Frostschäden sind eigentlich Trockenschäden.

Mit dem Laub, das die nächsten Wochen reichlich vorhanden ist, können Igelquartiere gebaut werden. Umgedrehte Holzkisten oder Bretterschlichtungen, mit Laub gefüllt, werden gerne angenommen. Igel sind in jedem Garten nützlich und vertilgen viele Schädlinge, auch Schnecken. In ruhigen Gartenecken  siedeln sie sich besonders gerne an. 

Bei den Schwimm- und Gartenteichen werden jetzt die letzten Uferpflanzen und die Seerosen geschnitten. Je tiefer, umso weniger Pflanzenmaterial kann über die Wintermonate verfaulen und damit die Wasserqualität trüben. Wer seinen Teich abnetzt, erspart sich im Frühling viel Arbeit mit dem Keschern und hat deutlich weniger Algen. Vor dem ersten Schnee muss das Netz wieder entfernt werden. 

Der bunte Herbst eignet sich auch sehr gut, um die Arbeit manchmal ruhen zu lassen und sich auf den schönen Wanderwegen der Buckligen Welt von den Herbstfarben verzaubern zu lassen. So manches Dekostück, wie schöne Zweige mit Flechten, Hagebutten und zierende Samenstände, können für die Winterdeko gesammelt werden. Spaziergänge bei blauem Himmel und goldener Herbstsonne tun der Seele gut und geben uns Kraft.

Ich wünsche Ihnen einen gemütlichen Herbst!

Herzlichst, Ihre Gärtnermeisterin
Gerlinde Blauensteiner

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