Die Burg Schwarzenbach war ein beliebtes Handelsobjekt und wechselte mehrfach den Besitzer, unter anderem zwischen den Pottendorfern, Königsbergern und Wurmbrands. Mitte des 17. Jahrhunderts übernahm die Familie Esterházy, deren Stiftung bis heute Besitzer der Burgruine ist. / Fotos: @ HiSunnySky – stock.adobe.com, @ barbaliss – stock.adobe.com, Von Johann Siebmacher (1561-1611) – Johann Siebmachers Wappenbuch, Nürnberg 1605, Tafel 23, Gemeinfrei, Georg Matthäus Vischer (1628–1696), Topographia Archiducatus Austriæ Inferioris Modernæ, Herzi Pinki, CC BY-SA 3.0 AT via Wikimedia Commons, Von Autor/-in unbekannt – https://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=9199243, Gemeinfrei, Herzi Pinki, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Georg Ehrenreich von Zinzendorf und Pottendorf tauscht seine Herrschaft mit den Königsbergern und erhält im Gegenzug Schwarzenbach. Das Erbe seiner Ahnen hält er kaum in Ehren – und auch für Hochwolkersdorf hat dieses Geschäft Folgen, die weit über seine Lebenszeit hinausreichen.
Georg Ehrenreich von Zinzendorf und Pottendorf ist Anfang dreißig und gläubiger Protestant. Politisch sitzt er damit im selben Boot wie der Königsberger Ludwig, mit dem er gerade das Geschäft seines Lebens beschlossen hatte. Er hat den Familiensitz in Pottendorf gegen die für ihn strategisch viel interessantere Burg in Schwarzenbach eingetauscht. Ob seine Urgroßmutter Sophia eine Freude damit gehabt hätte? Immerhin hatte sie durch die Hochzeit mit Christoph VI. von Zinzendorf einst Namen und Besitz der Pottendorfer in die Familie gebracht.
Entscheidungen, die nachwirken
Wie auch immer seine Ahnen dazu gestanden hätten: Er muss nun auf seine eigenen Interessen schauen. Und ein ein kleines bisschen schließt sich mit dem Tausch der Kreis der Familiengeschichte ja doch: Bereits 1381 hatte mit Heinrich von Pottendorf ein Träger seines Familiennamens Schwarzenbach im Pfandbesitz. Mit seinem Herrschaftstausch greift Georg Ehrenreich von Zinzendorf und Pottendorf maßgeblich in die Entwicklung der Region ein. Zum Schwarzenbacher Besitz gehört zu diesem Zeitpunkt nämlich auch das Amt Hochwolkersdorf. Dort verfügen die Grundherren seit dem Mittelalter über das Dorfgericht, also über die niedere Gerichtsbarkeit. Die schweren Straftaten und somit die Blutgerichtsbarkeit liegen beim Landgericht in Schwarzenbach. Und genau in dieses Gefüge greift Georg Ehrenreich nun ein, denn er verkauft das Amt Hochwolkersdorf an Ehrenreich Freiherr von Wurmbrand. Später gibt er auch Schwarzenbach selbst wieder auf. Um 1625 verkauft er den Besitz an Georg Gabriel von Kollonitsch. Erstmals seit Jahrhunderten sind Hochwolkersdorf und Schwarzenbach damit vollständig voneinander getrennt. Doch die Geschichte sollte noch eine interessante Wendung nehmen.
Fünfzig Jahre Umweg
Ehrenreich von Wurmbrand hat mit seiner Frau Dorothea zehn Kinder. Zwei davon – Sibilla und Johann Ehrenreich, meist Hans genannt – werden in der Folge jedoch weniger für die Geschichte von Hochwolkersdorf als vielmehr für jene von Schwarzenbach interessant. Der Grund: Sibille heiratet Georg Gabriel von Kollonitsch und wird damit Burgherrin von Schwarzenbach. Kollonitsch wirtschaftet Schwarzenbach herunter. Die Untertanen beschweren sich darüber sogar beim Kaiser. Hoffnung für die gebeutelten Schwarzenbacher bringt erst der Tod von Georg Gabriel im Jahr 1651 – oder, besser gesagt, seine Witwe Sibilla. 1658 gelangt Schwarzenbach so an ihren Bruder Hans Ehrenreich von Wurmbrand.
Trennung für die Ewigkeit
Fünfzig Jahre nach dem großen Tausch der Pottendorfer liegen Schwarzenbach und Hochwolkersdorf damit zumindest wieder in den Händen einer Familie. Das ist allerdings nicht von langer Dauer. Schwarzenbach behält einerseits nämlich weiterhin das Blutsgericht, andererseits verkaufen die Wurmbrands die Burg spätestens 1680 an die Familie Esterházy. Verkäufer ist Hans Ehrenreichs Sohn Johann Eustachius von Wurmbrand. Die Esterházys behalten den Burgbesitz bis in die Gegenwart – den Amtssitz in Schwarzenbach geben sie jedoch im frühen 19. Jahrhundert auf. Hochwolkersdorf hingegen wechselt noch mehrmals seine Grundherren. Die Esterházys herrschen jedoch bis zum Ende des Blutsgerichts indirekt über Hochwolkersdorf.

Royale Randnotiz
Nein zum Tausch
2014 hat die Gemeinde Schwarzenbach die Stiftung Esterhazy dazu aufgefordert, die Burg zu sanieren, da Steine aus der Ruine gefallen waren. Die Stiftung Esterházy kam Medienberichten zufolge diesem Wunsch aufgrund der hohen Kosten nicht nach und bot im Gegenzug einen Hektar Grund der Ruine gegen zehn Hektar Wald. Die Gemeinde lehnte ab. Das Bundesdenkmalamt gab Teile der Ruine zum Abbruch frei.






