Betriebsleiter Andreas Treiter (vorne li.) mit seinem Team des WLV Unteres Pitten- und Schwarzatal / Fotos: DI Christian Amberger, WLV (2)
Wasser ist unser Lebenselixier – das merkt man umso mehr, wenn es plötzlich fehlt, wie in diesem Jahrhundert-Dürresommer im Osten Österreichs und damit auch in der Buckligen Welt. Während in den vergangenen Wochen vor allem Wassermangel Thema war, ist es immer öfter auch ein Zuviel an Wasser, wenn Orte aufgrund von Starkregenereignissen von Überflutungen betroffen sind. Der „Bote“ hat sich daher anhand einiger aktueller Beispiele in der Buckligen Welt angesehen, wie man das Thema Wassermanagement handhabt.
Wenn man in den Nachrichten vom Rechnungshof liest, dann handelt es sich in den allermeisten Fällen um Kritik. Ganz anders sieht es beim Gemeindewasserverband Unteres Pitten- und Schwarzatal aus. Dieser wurde von den obersten Finanzkontrolleuren gründlich unter die Lupe genommen und – mit Lob bedacht. Das liegt nicht nur daran, dass die Wasserspeicher für die rund 16.000 Personen des Verbands immer ausreichend gefüllt sind, sondern vor allem auch an der vorausschauenden Arbeit in Sachen Leckortung und Sanierung.
„Es gibt kein völlig dichtes Wassernetz. Hinzu kommt, dass das Leitungsnetz in unserer Region großteils in den 50er- und 60er-Jahren gebaut wurde. Geht man davon aus, dass diese Rohre eine Lebensdauer von rund 50 Jahren haben, dann wird deutlich, wie wichtig laufende Investitionen in die Erneuerung des Netzes sind“, erklärt WLV-Betriebsleiter Andreas Treitler. Und das macht das Team des WLV auch seit Jahren konsequent und mit modernsten Methoden, um möglichst wenig graben zu müssen. Die Reduzierung von Wasserverlusten ist ein Eckpfeiler, um sicherzustellen, dass immer genug Wasser vorhanden ist – ebenso wie vorausschauende Planung. Wenn eine Quelle versiegt, dann sucht man nach neuen Möglichkeiten. „Wir haben derzeit genügend Reserven, sodass wir sogar Nachbargemeinden aushelfen und Wasser bei den Löscharbeiten beim Föhrenwaldbrand zur Verfügung stellen konnten“, so Treitler. Passieren könne aber immer etwas, etwa durch technische Gebrechen. Daher will der Wasserverband auch weiter laufend in die Trinkwassersicherung investieren.
Derzeit sind drei Brunnen für die Wasserversorgung der acht Verbandsgemeinden in Verwendung. Einer davon leistet auch einen wesentlichen Beitrag dazu, dass in der südlichen Buckligen Welt bei dieser extremen Trockenheit noch ausreichend Wasser vorhanden ist. In einem gemeinsamen Projekt mit dem WLV ist die „Trinkwassersicherung Bucklige Welt“ entstanden, die aus dem Felixbrunnen in Seebenstein Trinkwasser für neun Mitgliedsgemeinden und rund 13.500 Einwohner bezieht. Die Versorgungssicherheit konnte dadurch wesentlich erhöht werden, wie Verbandsobmann Bgm Christian Stacherl betont.
Wohin mit dem Wasser?
Ganz andere Probleme verursacht das Wasser dann, wenn es plötzlich zu viel davon gibt. Durch den Klimawandel nehmen Starkregenereignisse zu, ebenso wie Überflutungen in besiedeltem Gebiet. Die Klimawandelanpassungs-Modellregion Bucklige Welt-Wechselland nimmt mit dem Projekt Kleinrückhaltebecken dabei eine Vorreiterrolle ein. In vielen Gemeinden wurden diese naturnahen Becken bereits rasch und kostengünstig umgesetzt, wodurch Überschwemmungen im Ortsgebiet verhindert werden konnten.
Hochwasserschutz in einer ganz anderen Größenordnung wird derzeit in der Gemeinde Warth realisiert. Nachdem der Hassbach und dessen Zuflüsse in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals für massive Probleme sorgten, wird nun eines der größten Hochwasserschutzprojekte des Landes von der Wildbach- und Lawinenverbauung im Hassbachtal in die Praxis umgesetzt. Unter Einbeziehung der Grundeigentümer wurden zunächst die Konsolidierungssperren im Laaergraben realisiert (Bild oben), die verhindern sollen, dass die instabilen Hänge abrutschen. Nun geht es weiter mit der nächsten Bauetappe, dem Herzstück des Projektes, nämlich mit der Errichtung der Hochwasser-Rückhaltebecken. Dazu wird es im Herbst eine Infoveranstaltung und Gespräche mit den Grundeigentümern geben.


Bildmitte: der Felixbrunnen, Ausgangspunkt der Trinkwassersicherung Bucklige Welt; Foto rechts: Die kürzlich fertiggestellten Konsolidierungssperren im Laaergraben (Gemeinde Warth) aus der Vogelperspektive






