Robert Frantsich und eine seiner Angestellten, Lisa Ates, im neu eingerichteten Kaffeehaus / Foto: Schwendenwein
Schwarzau am Steinfeld hat seit Anfang Juli wieder ein Kaffeehaus. Aus dem „B54“ wurde die „Flavour“-Café Bar. Betreiber Robert Frantsich hat sich dazu entschlossen, den Betrieb neben dem Schwarzauer Gemeindeamt zu übernehmen.
„Eigentlich wollte ich keinen festen Lokalbetrieb mehr eröffnen“, erzählt Robert Frantsich. Für den „Boten“ nimmt sich der 51-jährige Schwarzauer wenige Tage nach der Neueröffnung Zeit, um aus dem Nähkästchen zu plaudern. „Aber erst nach dem Frühstücks-Geschäft“, hat er zuvor gebeten, denn das sei im Moment sein Steckenpferd. Auf der Terrasse im Ortszentrum tummeln sich wenige Tage nach der Eröffnung zahlreiche Besucher. Es herrscht reges Kommen und Gehen. Als der „Bote“ eintrifft, servieren der neue Betreiber und seine Angestellte gerade die letzten Frühstücksteller ab. Die Stimmung ist locker, der Chef nie um einen Schmäh verlegen.
Eigentlich kommt der gelernte Maurer aus der Abendgastronomie. In Neunkirchen hat er sich mit seiner „Flavour-Bar“ rund zehn Jahre lang einen Namen gemacht. Mit der Coronapandemie habe sich „das Fortgehen“ aber aufgehört, er selbst hatte daher auf einen Foodtruck umgesattelt. Im Gespräch mit dem „Boten“ scheut er auch nicht davor, über schwierige Zeiten zu reden. Finanziell sei es sich aber immer ausgegangen. „Anders, als man es mir schon nachgesagt hat, war ich nie in Konkurs.“
Kaffeehausübernahme als Reha
Warum der 51-Jährige nun dennoch wieder ein Lokal an einem fixen Standort betreibt? „Weil mir mein Heimatort am Herzen liegt“, erklärt er. „Die Leute haben danach gelechzt, wieder ein Kaffeehaus zu haben“, meint Frantsich. Es ist jedoch keine Selbstverständlichkeit, dass Frantsich nun sein neues Projekt umsetzen konnte. Zu Jahresbeginn musste er sich einer Operation am Herzen unterziehen. „Meine Frau hat bemerkt, dass ich in alltäglichen Situationen schnell außer Atem gekommen bin“, schildert Frantsich. Der Arzt habe dann bestätigt, dass etwas nicht stimmt. „Ich hatte grob gesagt Herz-Rythmus-Störungen und einen blutigen Lungenflügel“, erklärt der 51-Jährige.
Die Kaffeehausübernahme bezeichnet er in gewisser Weise als Reha. Im Ort war die Neugier auf den „Neuen“ groß, zumal das Vorgängerlokal „B54“ zuletzt nicht mehr regelmäßig geöffnet hatte. In der Gemeinde war daher der Wunsch nach einem beständigen Kaffeehaus, das weniger Bar-Atmosphäre und mehr gemütliches Café-Ambiente vermittelt, groß. Dessen ist sich Robert Frantsich bewusst. Auch wenn er selbst aus der Abendgastronomie kommt, möchte er sein neues Projekt ganz bewusst anders angehen und sich dabei auch an den Bedürfnissen der Gäste orientieren. Und apropos Gesundheit: Wer bei der Schwarzauer Ärztin in Zukunft Wartezeiten überbrücken möchte, kann nach einem Pager fragen, sich eine Stärkung im Flavour-Café holen und wird über den Pager benachrichtigt.
Robert Frantsich ist übrigens nicht der einzige neue Unternehmer im Schwarzauer Ortszentrum. Auch Gabi Lang ist mit ihrem I-Tüpfchen vor dem Sommer in das Rondeau gezogen.






