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… beschreibt einen Zug im Schach, bei dem man einen Bauern im Vorbeigehen schlagen kann. Laut Mathematiker Claude Shannon gibt es mehr mögliche Schachpartien als Atome im beobachtbaren Universum. Nämlich: 1.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000. Sie brauchen nicht nachzuzählen, es sind 120 Nullen. Das ist eine Vigintillion. Bei mir wirft sowas immer Fragen auf, wie „Warum rechnet das jemand aus?“ oder „Wer sagt, dass das, was da jemand ausgerechnet hat, stimmt?“, „Kann das jemand nachrechnen bitte?“, Und falls ja, was hilft uns diese Antwort? Keine Ahnung. Aber eines weiß ich, Shannon hat das bestimmt nicht en passant ausgerechnet. Der hat sich dafür Zeit genommen. Auch für die Kunst des Schachspielens benötigt man Zeit. Natürlich könnte man auf einen Knopf drücken, den Computer das Spiel spielen lassen, um nach wenigen Sekunden gesagt zu bekommen, welche Farbe gewonnen hat. Klingt sinnlos, oder? Niemand würde so Schach spielen. Ich finde, das ist eine wunderblöde Parabel für viele andere Kunstrichtungen, die mittlerweile genau so praktiziert werden. Knopfdruck: fertig. Kunst im Vorbeigehen. Warum sollte man nun Kunst, die in 2 Sekunden erstellt ist, länger als 2 Sekunden betrachten? Ach so, tun wir ja eh nicht. Wisch und weg. Synthetisches Fastfood,das (kurz) satt macht, aber nicht nährt. Wir konsumieren das statistische Mittelmaß einer gigantischen, von der KI erzeugten Datenmenge. Um diese bewältigen zu können, habe ich meine KI vor den Fernseher gesetzt (mit meinem Handy in der Hand), um Zeit zu haben, mich darüber aufzuregen.
Herzlichst, Roman Josef Schwendt
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