Der Benennung des Bourbonen-Saals wohnten Vertreter aus der Landes-, und Gemeindepolitik sowie Nachkommen der einst auf Schloss Frohsdorf residierenden Familien bei. / Fotos: Gemeinde Lanzenkirchen (5)

Gedenkmesse, Saal-Eröffnung, Kranzniederlegung: Lanzenkirchen ist der Errichtung eines „Bourbonen-Zentrums“ wieder einen Schritt nähergekommen. Möglich macht das das EU-geförderte Interreg-Projekt „Royal Traces“. 

Wer künftig den Lanzenkirchner Gemeindesaal betritt, tut dies unter den Fittichen der französischen Könige Ludwig XIV. und Ludwig XVI. sowie dessen Tochter Marie-Thérèse Charlotte, die einst als Herzogin von Angoulême auf Schloss Frohsdorf residierte. Außerdem wachen nun auch der Comte und die Comtesse de Chambord, die rund 40 Jahre lang in Frohsdorf lebten, sowie Louise d’Artois, die Schwester des Comte de Chambord, mit ihrem Sohn Robert von Bourbon-Parma über den Gästen. 

Die Mitglieder des ehemaligen französischen Königshauses sind als Reproduktionen lebensgroßer Porträts im Saal zu sehen. Die Originale der Bilder befanden sich einst auf Schloss Frohsdorf und sind heute über Sammlungen in aller Welt verstreut. Um die Reproduktionen möglich zu machen, übernahmen mehrere Betriebe aus Lanzenkirchen Bildpatenschaften. Der Saal selbst wurde am 24. August in einem Festakt in „Bourbonen-Saal“ umbenannt. Das Datum war nicht zufällig gewählt. Am 24. August 1883 verstarb der Comte de Chambord auf Schloss Frohsdorf. Die Feierlichkeiten begannen daher mit einer Gedenkmesse für den verhinderten französischen König, an der auch Mitglieder der Familie Wurmbrand sowie Konsul Bardeau von Schloss Kornberg in der Steiermark, ein Nachfahre der Herzogin von Berry, teilnahmen.

Apropos Gedenken: Seit einigen Jahren verfolgt die Gemeinde die Spuren der Bourbonen quer durch Europa. Dieses Jahr führte die Reise nach Triest und Görz, wo die Reisegruppe einen Kranz am Grab des Grafen niederlegte. Die bisherige Aufarbeitung der Geschichte sowie der Bourbonen-Saal bilden den Beginn der Errichtung eines Bourbonen-Zentrums, dessen eigentlicher Ausstellungsraum im Untergeschoss des Gemeindezentrums entstehen soll. Mit der Eröffnung wird im April 2027 gerechnet.

Im September reiste eine Gruppe aus Lanzenkirchen an das Grab des Grafen nach Görz.