Die „Fis­cher­runde Edelsee“ mit Obmann Otto Reisen­bauer (re.) / Foto: Egerer

Fis­cher­runde liegt Natur am Herzen

von | Mrz 14, 2018 | Archiv, Kul­tur und Genuss

Die „Fis­cher­runde Edelsee“ aus Scheib­lingkirchen sorgt in ihrem Revi­er nicht nur für aus­re­ichen­den Fis­chbe­stand. Sie kämpfen als Ide­al­is­ten auch für die Rein­hal­tung und den Schutz der ihnen anvertrauten
Gewässer.

Schon seit 22 Jahren wird das Revi­er von der Ein­mün­dung in die Feistritz in Unteras­pang bis zur Ein­mün­dung der Schlat­ten in Scheib­lingkirchen vom Vere­in bewirtschaftet und in Schuss gehal­ten. Das sind zwölf Kilo­me­ter Fließgewäss­er. „Die Schlat­ten, der Edl­itzbach und der Haßbach wer­den nicht befis­cht, sie dienen nur der Aufzucht“, erk­lärt Obmann Otto Reisenbauer.

Fis­chnach­wuchs ist Pflicht

15.000 „Fisch-Babys“ wer­den jedes Jahr im Revi­er aus­ge­set­zt. Das ist vorgeschrieben. „Wir zücht­en nur die Bach­forelle, die in unseren Gewässern heimisch ist“, so der Obmann. „Denn sie ist unser Kli­ma und die Wasserver­hält­nisse gewohnt, daher hält sie sich auch bess­er als andere Fischarten.

Fis­che wer­den beim Laichen unter­stützt

„Wir leg­en kün­stliche Laich­beete in den Gewässern an und set­zen die Fis­che kurz vor dem Schlüpfen ein“, erzählt der Obmann. Das passiert immer in der kalten Jahreszeit. Je klein­er die Fis­che einge­set­zt wer­den, umso bess­er akkli­ma­tisieren sie sich.“

Gle­ichzeit­ig hat der Vere­in aber mit vie­len anderen Her­aus­forderun­gen zu kämpfen. „Durch die Kli­maer­wär­mung gibt es weniger Nieder­schlag, auch das Wass­er wird weniger. Erhitzt sich aber das Wass­er zu stark, set­zt das dem Fis­chbe­stand zu“, meint Reisen­bauer. Bis 18 Grad hält sich die Bachforelle.

Auch die Ein­schwem­mung der Pes­tizide von den Feldern oder die Großk­läran­la­gen sind ein Prob­lem. „Diese machen zwar das Wass­er sauber, aber Reste von Medika­menten­wirk­stof­fen, die darin enthal­ten sind, machen zwei bis drei Kilo­me­ter danach die Fis­che unfrucht­bar.“ Auch Gras- und Thu­jen­schnitt, der unmit­tel­bar neben dem Bach gelagert wird, ist schädlich.

Rück­bau der Bäche

Otto Reisen­bauer sieht sich nicht nur als Vere­in­sob­mann, son­dern vielmehr als Hüter der Natur. „Wenn du so lange ein Revi­er bewirtschaftest, dann liegt dir nicht nur die Tier‑, son­dern auch die Pflanzen­welt am Herzen. Zum Glück geht der Rück­bau der Bäche in natur­na­he Gewäss­er voran. Aber das ist eine teure Angele­gen­heit und wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen.“ Der einzige naturbe­lassene Teil liegt zurzeit zwis­chen Kir­chau und Haßbach.

Fliegen­fis­chen ist gefragt

45 Mit­glieder, haupt­säch­lich um die „50 plus“, zählt der Vere­in derzeit. An die 15 Jahreskartenbe­sitzer für die „Fliegengewäss­er“ sind Stammkun­den. „Dadurch sehen sie dieses Revi­er schon fast als ihr eigenes an und passen bess­er auf die Natur auf“, freut sich Reisen­bauer, der seit 40 Jahren Fis­chereiauf­se­her ist. Was ihm am Fis­chen so gut gefällt? „Wir haben ein wun­der­schönes Revi­er, es bedeutet für mich Entspan­nung pur, wenn man mit den Kol­le­gen plaud­ern kann (beim Fliegen­fis­chen ist Sprechen erlaubt), und man ist an der frischen Luft“, zählt Reisen­bauer die pos­i­tiv­en Seit­en des Fis­chens auf.

Bürokratie nimmt zu

„Früher war das Fis­chen ein schönes Hob­by, aber auch hier nimmt die Bürokratie zu“, bedauert er. Immer mehr Aufla­gen seien zu bewälti­gen. „Man muss wirk­lich ein Ide­al­ist sein. Mir ist das Revi­er eine Herzen­san­gele­gen­heit und vie­len Mit­gliedern auch“, beteuert der Obmann. „Das Wass­er zieht viele Men­schen magisch an, ich appel­liere an alle, auf unser höch­stes Gut mehr aufzupassen.“