Uli Tauch­n­er mit Tochter Daniela: Noch immer sind nur zehn Prozent aller Rauch­fangkehrer weib­lich. / Foto: Egerer

Glücks­bringerin­nen in viert­er Generation

von | Mai 24, 2018 | Archiv, Wirtschaft

Als Uli Tauch­n­er aus Kirch­berg 1980 in die Fußstapfen ihres Vaters trat, war sie der einzige weib­liche Lehrling in dieser Beruf­ss­parte. Auch 1999, als Tochter Daniela zu ler­nen begann, war sie allein auf weit­er Flur. Der Beruf Rauch­fangkehrer ist nach wie vor eine Män­ner­domäne, doch bei­de Damen wür­den ihren Job um nichts in der Welt gegen einen anderen ein­tauschen wollen.

Die vier Gen­er­a­tio­nen wohnen nicht nur alle unter einem Dach, sie haben auch alle densel­ben Beruf. Immer­hin hat Uli Tauch­n­er drei Kinder (zwei Söhne, eine Tochter), und alle haben sich für den Beruf Rauch­fangkehrer entsch­ieden. „Wenn man kein Mor­gen­muf­fel ist, hat man super Arbeit­szeit­en“, erzählt Daniela von ihrem Beruf­sall­t­ag. „Wir gehen zwar um fünf Uhr außer Haus, aber dafür kom­men wir meist um zwei Uhr nach Hause und haben den Nach­mit­tag frei.“  Den zeit­i­gen Beginn sieht das Fam­i­lienun­ternehmen als Dienst am Kun­den. „Dann haben die Leute keinen Stress nach der Arbeit, weil wir schon vorher da waren. Man baut eine Beziehung zu den Kun­den auf, denn wir hand­haben unsere Ein­satzge­bi­ete so, dass immer die gle­iche Per­son in die gle­ichen Häuser geht. Denn oft leg­en uns die Leute den Schlüs­sel hin, und daher ist Ver­trauen gefragt.“ Immer­hin betreuen die fünf Rauch­fangkehrer ein Gebi­et von Trat­ten­bach über Schwarzau am Ste­in­feld bis Altendorf, Mönichkirchen und Zöbern.

Einige Fer­tigkeit­en sind gefragt

Mit Höhen- oder Platzangst ist man in diesem Beruf jeden­falls kom­plett fehl am Platz. „Es gibt nach wie vor alte schlief­bare Kamine, wo man sich müh­sam von unten nach oben arbeit­en muss. Da stützt man sich mit Knien, Ell­bo­gen und Hüften ab, das kann manch­mal ganz schön anstren­gend sein. Bleibt man steck­en, heißt es Ruhe bewahren, auch wenn das vielle­icht ein­fach­er klingt, als es ist“, so Uli Tauchner.

Arbeit ist heute tech­nisch anspruchsvoll

„Heutzu­tage wird unser Berufs­bild durch die vie­len tech­nis­chen und rechtlichen Änderun­gen immer anspruchsvoller. Als öffentlich zuge­lassen­er Rauch­fangkehrer sind wir nach der EN ISO 9001 zer­ti­fiziert und daher berechtigt, in unserem Kehrge­bi­et sicher­heit­srel­e­vante Tätigkeit­en nach den geset­zlichen Vor­gaben durchzuführen.“

Dementsprechend zahlre­ich sind auch die Sem­i­nare, die während eines Jahres zu absolvieren sind. „Durch unseren ver­ant­wor­tungsvollen Beruf müssen wir viele Geset­ze im Kopf haben“, so Uli Tauch­n­er. „Außer­dem sind wir bei Not­fällen, wie zum Beispiel Rauch­fang­brän­den, auch in der Nacht am Handy erreichbar.“