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Rund um Ostern und die Fas­ten­zeit gibt es vie­le Tra­di­tio­nen und Bräu­che, die bis heu­te ger­ne gepflegt wer­den. Doch was genau fei­ern wir eigent­lich zu Ostern? Wie­so dau­ert die Fas­ten­zeit genau 40 Tage, und was hat das wich­tigs­te christ­li­che Fest mit dem Oster­ha­sen und den bun­ten Eiern zu tun? Wir spra­chen mit einem, der es wis­sen muss: Pfar­rer Her­bert Mor­gen­besser hat die wich­tigs­ten Ant­wor­ten für uns.

Das Oster­fest ist jedes Jahr zu einem ande­ren Ter­min. Wie die­ser fest­ge­legt wird und wel­che Aus­wir­kun­gen das auf ande­re kirch­li­che Fei­er­ta­ge hat, erklärt Her­bert Mor­gen­besser, Pfar­rer aus Kirch­berg am Wech­sel: „Nach alter Tra­di­ti­on ist der auf den ers­ten Früh­lings­voll­mond fol­gen­de Sonn­tag der Oster­sonn­tag. Früh­lings­be­ginn ist der 21. März. Heu­er strahlt der ers­te Früh­lings­voll­mond erst am 19. April. Der dar­auf­fol­gen­de Sonn­tag fällt auf den 21. April – er ist daher heu­er der Oster­sonn­tag.“ Vom Oster­da­tum hän­gen laut Mor­gen­besser dann auch vie­le ande­re Fei­er­ta­ge wie Chris­ti Him­mel­fahrt, Pfings­ten oder Fron­leich­nam ab. 

Hochaltar

Pfar­rer Her­bert Mor­gen­besser erklärt die Hin­ter­grün­de zum Oster­fest und zum Drum­her­um / Foto: Ege­rer

40 Tage in der Wüste

„Die Fas­ten­zeit beginnt am Ascher­mitt­woch und dau­ert 40 Tage, weil Jesus eben­falls 40 Tage in der Wüs­te gefas­tet hat“, so der Pfar­rer. Auch der Beginn der Fas­ten­zeit ergibt sich durch den Oster­ter­min, näm­lich 40 Tage vor­her, wobei die Sonn­ta­ge nicht mit­ge­zählt werden.

Bis heu­te kom­men in vie­len Haus­hal­ten wäh­rend der Fas­ten­zeit tra­di­tio­nel­le Spei­sen wie Fas­ten­sup­pe oder Fas­ten­bre­zel auf den Tisch, ein Muss ist dies aller­dings nicht, meint der Pfar­rer: „Soge­nann­te Fas­ten­spei­sen haben mit unse­rem Glau­ben eigent­lich nichts zu tun. Von der Kir­che wird ledig­lich der Ver­zicht von Wurst und Fleisch sowie ein­ma­li­ge Sät­ti­gung für den Ascher­mitt­woch und den Kar­frei­tag vor­ge­ge­ben. Heut­zu­ta­ge scheint mir der Sinn der Fas­ten­zeit dar­in zu lie­gen, dass wir schät­zen, was wir haben, nichts ver­schwen­den und wegwerfen.“ 

Geden­ken und feiern

Die Tage rund um den Oster­sonn­tag haben eben­falls eine beson­de­re Bedeu­tung: Am Palm­sonn­tag zog Jesus mit einem Esel in sei­ne Stadt Jeru­sa­lem ein. Am Grün­don­ners­tag erin­nern wir uns dar­an, dass Jesus mit sei­nen Apos­teln das „Letz­te Abend­mahl“ gefei­ert hat. Am Kar­frei­tag geden­ken wir sei­nes Kreu­zes­to­des, am Kar­sams­tag, dass Jesus im Grab ruht. Am Oster­sonn­tag schließ­lich fei­ern wir die Auf­er­ste­hung, das größ­te Fest. 

Das Ent­zün­den eines Oster­feu­ers nach Ein­bruch der Dun­kel­heit hat aller­dings einen ger­ma­nisch-heid­ni­schen Ursprung. Es soll Chris­tus, den Auf­er­stan­de­nen, als Licht der Welt versinnbildlichen.

Kin­der war­ten auf den Osterhasen

Oster­nes­ter bau­en, Eier suchen oder „pecken“, wenn der Oster­ha­se kommt, ist das für Kin­der immer ein Erleb­nis. Doch woher kom­men die­se Bräu­che? Pfar­rer Mor­gen­besser: „Der Hase gilt als Sym­bol für Frucht­bar­keit, das Ei ver­weist auf ver­bor­ge­nes Leben. Die Far­ben­viel­falt der Oster­ei­er kann man als Aus­druck der mit Ostern ver­bun­de­nen Lebens­freu­de verstehen.”