Foto: Ege­rer

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Recht­zei­tig in den Feri­en stel­len wir heu­te einen Wan­der­tipp für Kin­der und Jung­ge­blie­be­ne unter dem Mot­to „Auf Tuch­füh­lung mit der Natur“ vor. Der Wald­er­leb­nis­weg Gschaidt bei Hoch­neun­kir­chen gibt mit 20 Sta­tio­nen Ein­blick in ver­schie­dens­te The­men­be­rei­che des Waldes.

Der Wan­der­erleb­nis­weg hat immer eine rote Amei­se in der Beschil­de­rung. Man fin­det sie unter­wegs auch auf Bäu­men, sodass man sich bes­tens ori­en­tie­ren kann. Start der unge­fähr ein­ein­halb­stün­di­gen Wan­de­rung ist der Dorf­platz von Gschaidt, dann pas­siert man den Kin­der­gar­ten, bevor die ers­te Weg­mar­kie­rung nach links in den Wald hin­auf abbiegt. Für alle Kin­der, die schon lesen kön­nen, war­tet hier die ers­te Schau­ta­fel mit Wis­sens­wer­tem über Holz. Immer wei­ter geht es durch lich­ten Misch­wald, dann auf einem Feld­weg, bis wir zum „Flasch’n Kreuz“ kom­men. Die­ses Kreuz wur­de in Erin­ne­rung an die Geschwis­ter Flasch errich­tet. Nach cir­ca 40 Minu­ten errei­chen wir das Drei­län­der­eck mit der Aus­sichts­war­te, von wo man sei­ne Bli­cke nach Nie­der­ös­ter­reich, in die Stei­er­mark und in das Bur­gen­land schwei­fen las­sen kann. Hier bie­tet sich auch ein Pick­nick an, denn Ban­kerl und Tische sowie ein Holz­lie­ge­stuhl zum Aus­ru­hen war­ten auf die Wan­de­rer. Es emp­fiehlt sich, genü­gend Pro­vi­ant und Geträn­ke mit­zu­neh­men, vor allem wenn Kin­der dabei sind, denn unter­wegs gibt es kei­ne Einkehrmöglichkeit.

Vom Eis­schrank zum Biotop

Das nächs­te High­light ist der „Eis­teich“, heu­te ein Bio­top. Doch vor 100 Jah­ren wur­de er vom Gast­wirt und Vieh­händ­ler Johann Wie­ser als Eis­teich ange­legt und dien­te zur Eis­ge­win­nung, um das Frisch­fleisch in den Kühl­räu­men län­ger lagern zu kön­nen. Das Eis hielt lan­ge bis in das Früh­jahr hin­ein. Eine Zeit lang dien­te das Gewäs­ser als Forel­len­teich, heu­te ver­schmilzt es als Bio­top mit der umlie­gen­den Natur.

Gegen Ende unse­rer Wan­de­rung war­tet noch ein Baum­quiz auf die Besu­cher. Hier soll man anhand der Blät­ter erken­nen, um wel­che Art von Baum es sich handelt.

Alles in allem ist es eine gemüt­li­che Wan­de­rung, bei der man viel ler­nen kann, die jedoch nur bedingt kin­der­wa­gen­taug­lich ist (Gelän­de­gän­gig­keit soll­te vor­han­den sein).

Das Pro­jekt Wan­der­erleb­nis­weg Gschaidt wur­de von der Markt­ge­mein­de Hoch­neu­kir­chen-Gschaidt, dem Dorf­er­neue­rungs­ver­ein Hoch­neun­kir­chen, dem Tou­ris­mus- und Ver­schö­ne­rungs­ver­ein Hoch­neu­kir­chen-Gschaidt sowie vom Land Nie­der­ös­ter­reich unterstützt.

Wenn man nach der Wan­de­rung ein­keh­ren möch­te, soll­te man beach­ten, dass das Gast­haus Höl­ler in Gschaidt nur sonn­tags und fall­wei­se fei­er­tags geöff­net hat.

Portrait Eerwin Jung

Tipp von der Bergrettung

Lie­be Frei­zeit­sport­le­rin­nen, lie­be Frei­zeit­sport­ler,
der aktu­el­le Aus­flugs­tipp ist eine The­men­wan­de­rung, die den Wald und die Natur ins Zen­trum stellt. Das The­ma Natur- und Umwelt­schutz ist jetzt wirk­lich in der Mit­te unse­rer Gesell­schaft ange­kom­men und wir haben die Ver­pflich­tung gegen­über unse­ren Kin­dern die­ses sehr ernst zu neh­men und ent­spre­chend zu han­deln. Der Wald­er­leb­nis­weg Gschaidt zeigt (beson­ders gut für die Kin­der auf­be­rei­tet), wie wich­ti­ge Natur- und Umwelt­schutz sind. Wir als Berg­ret­tung gehen natür­lich mit gutem Bei­spiel vor­an. Ich sage immer, dass wir die Ber­ge wie unse­re Gär­ten behan­deln sol­len und ein Vor­bild für jün­ge­re Genera­tio­nen sein müs­sen, damit sich noch vie­le an der Schön­heit unse­rer Natur erfreu­en können.

Erwin Jung
Foto: Berg­ret­tung

Fotos: Ege­rer; Gra­fik: Scherz-Kogel­bau­er GmbH