Foto: Egerer

Aspang hat gleich zwei Kirchen. Die ehemalige Hauptkirche Unter-Aspang wurde auf den Mauerresten eines Kastells von Karl dem Großen aus dem neunten Jahrhundert errichtet und beherbergt eine romanische Marienkapelle. Die Kirche in Ober-Aspang, also im heutigen Aspang Markt ist dem Heiligen Florian geweiht. Sie wurde bis 1628 als Schlosskirche verwendet und ist eine spätgotische Hallenkirche. Am Hauptplatz in Aspang stehen außerordentlich viele denkmalgeschützte Gebäude wie das Gemeindeamt, Bürgerhäuser, der Brunnen, das Wetterhäuschen, die alle zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert erbaut wurden.Das Schloss selbst wurde im 12. Jahrhundert als Burganlage konstruiert und 1555 durch Pantaleon von Königsberg umgebaut. Im 19. Jahrhundert wurde der Burggraben zugeschüttet und ein Park angelegt. Das Schloss ist heute in Privatbesitz. (Quelle: Gemeinde)

Die Legende vom verwunschenen Schloss

Vor vielen Jahren hatte sich eine Bäuerin mit ihrem Kind in der Umgebung von Aspang am Fronleichnamstag in den Wald begeben, um Erdbeeren zu sammeln. Da sah sie plötzlich ein prachtvolles Schloss, dessen Tore weit offen standen, und im Vorhof Bottiche mit Gold. Beherzt trat die Frau mit ihrem Kind ein, füllte ihre Schürzentaschen und begab sich vor das Schloss, wo sie ihren Bottich abstellte, um diesen danach weiter zu füllen. Ihr Töchterchen ließ sie zurück. Doch als sie sich umdrehte, war das Schloss samt ihrem Töchterlein verschwunden.

Vor Schreck und Gram fast gelähmt, suchte sie daheim sofort den Pfarrer auf und erzählte ihm von ihrem Kummer. Doch dieser meinte, dass erst in einem Jahr, an genau demselben Tag und zur selben Stunde, die Möglichkeit bestünde, ihr Kind wiederzubekommen. Schweren Herzens fügte sich die Mutter. Endlich war das Jahr um und zitternd an Händen und Füßen fand sich die Bäuerin an der besagten Stelle ein. Wieder stand das Schloss in feenhafter Pracht vor ihr und im Hof blinkten die Goldmünzen und ihr Kind saß wohlbehalten, einen Apfel verspeisend, daneben. Die Mutter riss ihr Kind mit sich fort und kaum hatte sie das Tor hinter sich geschlossen, war das Schloss auch schon wieder verschwunden.

Quelle: Österr. Sagenkränzlein